Webseite ist mit finanzieller Unterstützung von der Föderalen Agentur für Presse und Massenkommunikationen geschaffen








Hansetage

Nowgorod und die Hanse

Als politisches Zentrum und Handelszentrum wurde Nowgorod auβerhalb der slawischen Welt vor einem Jahrhundert bekannt. Schon am Ende des X.- am Anfang des XI.Jahrhunderts war hier das ständige Kontingent von skandinavischen Kriegern - Kaufleuten, die zur Blüte der Stadt , eines Zentrums des internationalen Handels beitrugen. (Auf dem Photo ist “Der Nowgoroder Marktplatz”, A.M.Wasnezow, 1908-1913).

Sehr früh erschienen neben den Steinkirchen, Läden, Scheunen und Anlegestellen am Ufer Wolchows, in der unmitellbaren Nähe vom Marktplatz und der Fürstenresidenz ausländische Höfe - Gotischer Hof und Deutscher Hof. 

Gotischer Hof mit der Olafs-Kirche war an der Schwelle des XI.-XII. Jahrhunderts gegründet, und Deutscher Hof mit der Peters-Kirche um 1192. Früherrichtung dieser Höfe war dadurch bedingt, dass Gotland, Lübeck, Dänemark, Schweden, später auch der Hansehandelsbund Hauptpartner der Nowgoroder im Westhandel waren.

Erhalten blieb die Vertragsurkunde von Nowgorod mit Gotland, Lübeck und deutschen Städten von 1192, die von Handelskontakten der Nowgoroder mit Westeuropa zeugte und bestimmte Regeln der Führung des internationalen Handels festlegte.

Ende 1180-er Jahre schenkte deutscher Kaiser Friedrich I. Barbarossa der Stadt Lübeck die Urkunde, wonach das Recht auf zollfreien Handel in Lübeck “den Russen, Goten, Normannen und anderen Ostvölkern” gewährt wurde. Bald darauf wurde Lübeck neben Wismar, Stralsund und Greifswald eine der Hauptstädte, die zur deutschen Hanse gehörten. Der Handel von Nowgorod mit Lübeck entwickelte sich intensiv, und Ende des XIII. Jahrhunderts stand er unter Westpartnern an der ersten Stelle. (Auf dem Photo ist Bürgermeister der Stadt Lübeck Heinrich Brömse mit seinen Söhnen, einer von ihnen führte den Handel im Grossen Nowgorod. Linker Altarflügel. Lübeck, Deutschland).

Mitte der 1350-Jahre wurde die Hanse endgültig geformt. Bis zur Auflösung vom Deutschen Hof in Nowgorod (1494) von Iwan III. nahmen die livländischen Städte Riga, Derpt (Tartu) und Reval (Tallinn) in den Handelsbeziehungen zwischen Nowgorod und Deutschland den führenden Platz ein. In diesen Städten gab es russische Handelshöfe, deren Gründer die Nowgoroder waren. Auf das XIV. -XV. Jahrhundert fiel der Aufschwung des Nowgoroder Handels mit zwei Hauptpartnern - der Hanse und dem Livländischen Orden. Der 1392 zwischen Nowgorod und der Hanse geschlossene”Niburfrieden” entschied dauernde Streite in ihren Beziehungen zu Gunsten der beiden Seiten und bewahrte enge Geschäftsbeziehungen zwischen ihnen. Für lange Zeit bestimmte er den Charakter des Auβenhandels von Nowgorod und diente als Grundlage bei der Konfliktlösung zwischen den Nowgorodern und deutschen Kaufleuten.

Die wichtigste Quelle für Geschichte des Hansehandels und des Hansekontors ist Gesetzbuch vom Deutschen Hof, die sogenannte Skra. Die Skra ist Zusammenfassung von Handelsverhaltensnormen deutscher Kaufleute. Auβerdem behandelt sie die Hofseinrichtung und das Alltagsleben der ausländischen Kaufleute in Nowgorod ausführlich.

Die Hansekaufleute unterschieden sich nicht nur durch ihre Angehörigkeit zu einer oder anderer Stadtgemeinde des Hansebundes, sondern auch durch ihre Sozialstellung. Die Hauptgruppe war Gruppe von Kaufleuten, die ihr Eigentum, ihr Kapital und ihre Waren hatten. Mitnehmen durfte jeder von ihnen zwei Diener, die die Pflichten der Helfer hatten. Meistens waren es junge Leute, die den Handel erlernten.

In zwei ausländischen Höfen in Nowgorod wohnten von 150 bis 200 Kaufleute. Die Höfe wurden von den Wahlältesten aus der Mitte der Hansekaufmannschaft geleitet, der eine war Hoflältester, der andere war Ältester von der Peters-Kirche.

Die Hauptwaren, die nach dem Westen ausgeführt wurden, waren Pelze, Wachs und Leder. Pelze waren Hauptausfuhrware im XIV.-XV. Jahrhundert, und seine Verkaufssorten blieben für lange Zeit diesselbe. An erster Stelle stand Handel mit Eichhörnchenpelzen; die in den Urkunden als reines Eichhörnchen, gutes Eichhörnchen hieβen. Die zweite Pelzgruppe bildeten teuere Pelze: Biberfelle und -bäuche, Hermelin-, Marder-, Nerz- und Otterpelze. Zobel-, Hermelin-, Marder-, Iltispelze wurden in 40 Stück, Eichhörnchenpelze in 40 und 1000 Stück verkauft. (Auf dem Photo sind «Die Nowgoroder im Deutschen Hof”. Holzfriese aus der Nikolai-Kirche in Stralsund, Deutschland. Auf dem Friese sind die Nowgoroder, die Pelze den Kaufleuten des Deutschen Hofs zum Verkauf anbieten.

Wachs aus Nowgorod wurde im Westen in Scheiben von 80 Kilogramm zuerst verkauft, eine Scheibe hatte Gewicht von 160 Kilogramm Ende des XV. Jahrhunderts. Wachs unterschied sich durch sein Gewicht streng. Die erste Sorte war weiβ, die zweite dunkelgelb oder hellbraun, ohne Zusätze, und endlich war die dritte graubraun oder grau. Wachsscheiben waren gestempelt, ohne dieses Gütezeichen war Verkauf unter Drohung von Strafe-und Warenbeschlagnahme verboten.

Leder und Lederwaren von Nowgoroder Handwerkern zeichneten sich durch ihre Billigkeit und hohe Qualität aus, deshalb stieg ihre Ausfuhr ins Ausland im XV. Jahrhundert besonders an. Vor allem wurden Elch-, Kuh-, Pferdleder, seltener Hammel-und Ochsenleder ausgeführt. Auf solche Weise war Ausfuhr aus Nowgorod vor allem mit Handwerk und Naturreichtümmern verbunden. In der Ausfuhr waren Stoffe, Salz, Edel-und Buntmetalle, Waffen, Bernstein, Glas, Getreide, Kurzwaren, Wein sowie Pferde vorwiegend. Salz war nicht nur für die Nahrung, sondern auch für technische Ziele und den Wiederverkauf in anderen Bezirken des Russischen Staates. Sie kam meistens aus Lüneburg (Lünen), gelegen im Südwesten von Lübeck, wo eine der reichsten Salzquellen in Europa lag. Silber kam in Münzen und Barren, Gold in Münzen. Einfuhr von Edelmetallen förderte die Entwicklung der Schmuckwarenerzeugung in Nowgorod.

Search

Novgorod the Great space view

City map

Tourists info

Contacts

Links

© 2007-2009 Rosbalt.RU. All rights reserved.
© 2009 Designed and programmed by Rosbalt.RU