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Geschichte

Die Nowgoroder

 

Die Nowgoroder – Biographische Reihe

Jaroslaw der Weise

978-1054

Jaroslaw der Weise ist Kiewer Grossfürst, Sohn von Wladimir Swjatoslawitsch und Rogneda, der Polozker Prinzessin. Am Leben des Vaters bekam er für Regierung Nowgorod. Während seiner Regierung sollte Jaroslaw Kiew 2000 Griwny Silber jährlich zahlen. Als Jaroslaw stark genug 1014 wurde, verzichtete er auf die Zahlung dieses Tributs. Sein Wunsch fiel mit dem Streben der Nowgoroder zusammen, sie waren durch Abhängigkeit von der südlichen Rus und den Tribut immer belästigt. Das rief heftige Unzufriedenheit vom Vater Jaroslaws, der mit dem Rufen des Heers begann, um den umgehorsamen Sohn zu bestrafen. Der Tod des Grossfürsten Wladimir Swjatoslawitsch befreite Jaroslaw von Zusammenstössen mit dem Vater.

Nach dem Tod Wladimirs begann harter Kampf um den Kiewer Thron. Swjatopolk, der ältere Sohn Wladimirs, tötete seine Brüder Boris, Gleb und Swjatoslaw treulos und wurde Kiewer Grossfürst.

Swjatopolk, im Volk als Okajanij genannt, hatte auch Absicht, Jaroslaw aus dem Wege zu räumen. Nachdem Jaroslaw von seiner Schwester Predslawa die Nachricht über Absichten Swjatopolks erhalten hatte, tritt er mit den Nowgorodern und Warägern den Marsch nach Kiew an. Bei Ljubetsch nach 3 Monaten Widerstand besiegte Jaroslaw Swjatopolk, der unter Schutz von Boleslaw dem Tapferen, dem polnischen König und seinem Schwiegervater, fliehen konnte.

1018 fiel das Heer Boleslaws und Swjatopolks ins russische Land ein und tritt an Kiew an. Nach kurzer Belagerung fiel Kiew. Jaroslaw rief in Nowgorod ein neues Heer aus Warägern und Nowgoroder Landwehrleuten und zog in den Feldzug nach Kiew wieder, um den Thron des Grossfürsten wieder zu bekommen und den Frevler und Brüdermörder zu bestrafen. Die entscheidende Schlacht von Jaroslaw und Swjatopolk war am Fluss Alt (1019), wo Swjatopolk die Niederlage erlitt. Jaroslaw als Kiewer Grossfürst nahm den Kampf gegen seinen anderen Bruder, Mstislaw, den Tmutarakanskij Fürsten auf. 1023 drang Mstislaw in die Territorien Jaroslaws ein. Der Krieg dauerte drei Jahre. 1025 bekam Mstislaw laut gegenseitiger Vereinbarung das linke Ufer Dneprs, die Hauptstadt seines Fürstentums wurde Tschernigow. Nach der Territoriumsteilung wurde dauerhafter Frieden zwischen Brüdern geschaffen.

Später herstellte Jaroslaw die Einheit des altrussischen Staates wieder.

Vom Volk wurde der Grossfürst Jaroslaw Wladimirowitsch als Weiser genannt. Mit Recht gilt er als grosser russischer Aufklärer. Von ihm wurde die erste Volksschule gegründet und der Grundstein für die grossfürstliche Bibliothek gelegt. Als Gesetzgeber liess Jaroslaw “Russische Prawda”, das erste bürgerliche Gesetzbuch in der Geschichte, schreiben. Unter Regierung von Jaroslaw dem Weisen gründete man Kiew-Petscherskaja Lawra, das Chronikzentrum in der Rus, wählte man den vom Konstantinopoler Patriarchen unabhängigen Mitropoliten zum erstem Mal in der Geschichte der russischen orthodoxen Religion. Als Mitropolit wurde Illarion, ein grosser altrussischer Schriftsteller, einer der Begründer der russischen Literatur.

Grossfürst Jaroslaw der Weise, umgegeben von Achtung und Volksliebe, starb friedlich am 20. Februar 1054. Er war in der Kiewer Sophie-Kathedrale begraben.

Arzichowskij Artemij Wladimirowitsch (1902-1978)

Lichatschjow Dmitrij Sergejewitsch (1906-1999)

Stender Grigorij Michailowitsch (1927-1992)

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